Wir radeln vom Südharz in die Goldene Aue

Der Winter lässt im Südharz auf sich warten. Deshalb starten wir schon jetzt unsere neue Serie: „Mit dem Rad durch den Südharz.“ Wir wollen euch dabei einige der schönsten Touren vorstellen, die man  im südlichen Teil des Mittelgebirges absolvieren kann.

Den Anfang macht eine Runde auf dem Harzrundweg ins nahe gelegene Sachsen-Anhalt. Von dort geht es durch die Goldene Aue wieder zurück. Unterwegs gibt es einiges zu entdecken, unter anderem zwei Burgen und eine Höhle sowie schöne Ausblicke.  Die  Strecke beträgt knapp 50 Kilometer, etwa 300 Höhenmeter sind zu absolvieren. Ihr fahrt fast nur auf Radwegen und fernab von Straßen. Es ist ein Rundkurs.  

Los geht es…

Wir starten in Niedersachswerfen. Schnurgerade zieht sich das schwarze Asphaltband des Radwegs vom Ortsausgang in Richtung Harzungen. Vor zwei Jahren fertiggestellt, lockt der Weg mittlerweile zu allen Jahreszeiten Radfahrer an.

Von Harzungen geht es weiter in den Luftkurort Neustadt, dessen Wahrzeichen die Burgruine Hohnstein auf einem über 400 Meter hohen  Bergrücken oberhalb des Ortes ist und zu der  sich ein Abstecher auf jeden Fall lohnt. Schon von unterwegs ist die im 30-jährigen Krieg ausgebrannte Ruine gut zu sehen. Seit 1907 gibt es am Fuße der Burg eine Gaststätte, den heutigen Burggasthof. Doch bis hoch fahren wir heute nicht.

Fachwerkort Neustadt…

In Neustadt angekommen, biegen wir im Ort hinter dem Großparkplatz scharf links ab und fahren durch das restaurierte Stadttor aus dem Jahr 1412 ins Zentrum des beschaulichen Fachwerkortes. Am Roland, dem Ratskeller und an der Sankt-Georg-Kirche geht es vorbei, weiter rollen wir in Richtung Lungenklinik, einem mehrstöckigen weißen Fachwerkbau. Das einstige Diät-Sanatorium der Familie Kronberg wurde zwischen 1870 bis 1890 erbaut. Vor dem Krankenhaus biegen wir links ab, fahren am Lönspark vorbei in den Wald. Jetzt beginnt einer der beiden längeren Anstiege der Runde.

Pfarrhaus in Neustadt

Hinter Neustadt steigt es stetig…

Geschätzt etwa zwei Kilometer führt der asphaltierte Weg am „Gangerfeld“, einer Bungalowsiedlung vorbei: Leicht aber stetig bergauf geht es in Richtung Nordhäuser Talsperre.

Doch zum Glück müssen wir nicht bis zu der 1904/1905 errichteten Talsperre, die um einiges höher liegt, sondern fahren auf geschotterten Wegen einige Zeit durch die Wälder des Südharzes wieder ins Tal. Hier rollen die Räder fast von selbst. Wenn ihr aus dem Wald kommend auf eine Straße trefft, haltet euch links. Es geht etwas bergauf bis zur Gaststätte „Sägemühle“ bei Hermannsacker.

Abstecher zur Ebersburg…

Von der „Sägemühle“ einige Meter nördlich des  Radwegs,  lohnt ein Abstecher zur Ebersburg, der zweiten Burgruine  an der Strecke.  Die im 12. Jahrhundert erbaute Burgruine, die seit dem 16. Jahrhundert verlassen ist, wird von einem Verein gepflegt. Im Innenhof der historischen  Anlage liegt der mächtige  noch immer der über 18 Meter hohe Bergfried aus Porphyr, der in den vergangenen Jahren wieder hergestellt wurde. 

Jetzt rollt’s fast nur bergab…

Weiter geht es nun auf dem gut ausgeschilderten Harzrundweg talwärts Richtung Rodishain und Stempeda, dem letzten Ort in Thüringen an der Strecke sowie ins sachsen-anhaltische Rottleberode – immer auf Radwegen abseits der Straße.

Nach einer Bergabfahrt durch den Wald taucht plötzlich die Iberg-Talsperre auf.

Nur in Rottleberode heißt es aufpassen, da im Ort die Radstrecke entlang der stark befahrenen Ortsdurchfahrt verläuft. Am Ortsende sind das Gipswerk und ein großes Sägewerk zu sehen, die Rottleberode zu einem wichtigen Industriestandort in Mansfeld-Südharz machen.

Kurze Zeit später ist die Zufahrt zur Heimkehle erreicht. Es lohnt sich, die größte Gipsschauhöhle Deutschlands zu besichtigen.

Eingang zur Heimkehle

Danach fahren wir nicht auf dem ausgeschilderten Harzrundweg weiter. Er ist an der Stelle nur schlecht zu befahren. Wir nutzen deshalb einen Wirtschaftsweg östlich der Bahnlinie Berga/Kelbra-Stolberg nach Uftrungen. Wir lassen das schmucke Dörfchen links liegen und fahren in Richtung „Thyrafuchs“, einer Gaststätte an der Landesstraße zwischen Berga und und Rottleberode.

Rauf auf einen Ausläufer des Alten Stolbergs…

Am „Thyrafuchs“ folgen wir einem improvisierten Radwegschild nach rechts und fahren in Richtung Thüringen: Hier beginnt nun der schwierigste Teil der Strecke. Auf einem Forstweg geht es hoch auf einen Ausläufer des Höhenzugs Alter Stolberg.

Endlich oben angekommen, wird man für die  Schinderei auf dem zerfahrenen Weg belohnt: Es öffnet sich der Blick in die Goldene Aue und zum Kyffhäusergebirge. Rechts grüßen in der Ferne die Türme der Nordhäuser Kirchen, links seht ihr die Kirche von Berga und den Stausee bei Kelbra.  

Wer sich den Ausläufer des Alten Stolberg hochquält, wird mit diesem Blick auf die Goldene Aue belohnt.
Kurz vor Görsbach rollt ihr über die A 38.

Vom Südharz in die Goldene Aue…

Jetzt geht es hauptsächlich auf einem befestigten Landwirtschaftsweg bergab. Links und rechts nur Felder. Weiter fahrt ihr über eine Brücke, unter euch die A 38. Ihr rollt  nach Görsbach, an einem Landwirtschaftsbetrieb geht es rechts in den Ort.  Jetzt fahren wir auf dem Radweg, der Nordhausen mit Sangerhausen verbindet. Er führt zum Teil entlang der Alten Leipziger Straße, die Nordhausen lange vor dem Bau der Autobahn mit der sächsischen Messestadt verband. Ihr strampelt jetzt durch die flache Goldene Aue. Meist weht hier der Wind aus Richtung Westen, also heißt es wieder ordentlich in die Pedale treten…

Abstecher zu den Kiesteichen im Sommer…

Nach einigen Minuten sind Urbach, das noch immer leere Industriegebiet „Goldene Aue“  und Bielen erreicht. Der Nordhäuser ADFC hat den Radweg in den vergangenen Jahren gut ausgeschildert. In Bielen lohnt im Sommer ein Abstecher zu den Kiesteichen südlich des Ortes. In den kristallklaren Seen lässt es sich gut baden. Jetzt sind die Seen meist verlassen…

Im Sommer lohnt sich ein Abstecher zu den Kiesteichen bei Bielen. Badesachen nicht vergessen!

Wir folgen den Radwegschildern nach Nordhausen, fahren an den vielen Autohäusern vorbei und kommen schließlich in die über 1000-jährige Stadt. In Nordhausen verläuft der  Radweg entlang der vielbefahrenen B4, die in der Grimmelallee mündet. Hier lohnt sich ein Abstecher in die Traditionsbrennerei, die direkt am Weg liegt.

Hält die Korntradition in Nordhausen hoch, die Traditionsbrennerei…und das meistbesuchte Museum in Nordhausen.

Immer an den Schienen entlang…

Am Landratsamt, einem imposanten Bau mit Türmchen, quert ihr die B4, fahrt dann über die Zorgebrücke und immer entlang des Flusses Zorge in Richtung Norden, in Richtung Harz.  Ihr flankiert den Stadtpark und trefft am Schurzfell die Gleise der Harzer Schmalspurbahn. Von dort geht es auf dem Goetheweg weiter auf der vom ADFC ausgeschilderte Route entlang der Harzer Schmalspurbahn zum Ausgangspunkt nach in Niedersachswerfen.   

Wir haben knapp vier Stunden für die Tour gebraucht, wobei ich echt nicht sehr schnell fahre.

Alles auf einen Blick

  • Die  Strecke beträgt knapp 50 Kilometer
  • Etwa 300 Höhenmeter sind zu absolvieren. 
  • Ihr fahrt fast nur auf Radwegen und fernab von Straßen.
  • Es ist ein Rundkurs.  
  • Die Runde ist auch für Familien mit größeren Kindern tauglich.

Seid ihr die Strecke schon gefahren? Oder was ist eure Lieblingsradstrecke mit dem Rad im Südharz? Welche Strecke sollen wir hier demnächst beschreiben? Hinterlasst uns dazu gern einen Kommentar!

Wenn der Hunger kommt…

Landcafé Kubath
Dorfstraße 40
99768 Harztor OT Harzungen
Telefon: (036331) 50 41 8
nur Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet

Landgasthaus „Zur Herrenwiese“
Rüdigsdorfer Weg 13
99768 Harztor, OT Neustadt
Telefon:  (0162) 6467917
öffnet täglich ab 12 Uhr, mittwochs geschlossen, außer Feiertags

Restaurant  und Hotel „Zum Ratskeller“
Neustädter Steinstraße 1
99768 Harztor, Neustadt
Telefon: (036331) 50 64 53 oder 0172 825 37 12
öffnet Sonntag ab 12 Uhr, Donnerstag bis Samstag ab 17 Uhr, Montag bis Mittwoch geschlossen
Übernachtungsmöglichkeiten

Sägemühle „Herrmannsacker“ mit Pension
Sägemühle 2
99768 Harztor, OT Herrmannsacker
Telefon: (03631) 46 91 84.
öffnet Donnerstag bis Sonntag ab 12 Uhr
Übernachtungsmöglichkeiten

Restaurant und Hotel „Wolfsmühle“
Zur Wolfsmühle 20
99734 Nordhausen OT Rodishain
Telefon: (034653) 348
öffnet täglich ab 11 Uhr, bis 30. April dienstags und mittwochs erst ab 17 Uhr oder auf Vorbestellung
Übernachtungsmöglichkeiten im Hotel und Camping

Restaurant Thyra Fuchs
06536 Südharz OT Uftrungen
Telefon: (03 46 53) 72 79 79
Samstag ab 11.30 Uhr geöffnet, Sonntag ab 11 Uhr, in der Woche ab 17.30 Uhr. Montag und Dienstag geschlossen, außer feiertags.

Restaurant zur Heimkehle
An der Heimkehle 2
06536 Südharz  OT Uftrungen
Telefon: (034653) 72 73 96
öffnet Mittwoch bis Sonntag ab 11 Uhr, Montag und Dienstag geschlossen.

MC Donalds
Im Krug 1
99734 Nordhausen

Grieche Akropolis
Grimmelallee 45
99734 Nordhausen
Telefon: (03631) 98 24 35
öffnet täglich um 11.30 Uhr, dienstags geschlossen.

10 Comments

  1. Radlerbote said:

    Schöne Idee, macht weiter so. Ich bin oft mit dem Fahrrad unterwegs. Zwar fehlen vielerorts Radwege, es gibt aber trotzdem Möglichkeiten abseits der Straßen zu fahren. Und es fehlt noch ne Karte zu eurem Text.

    17. Januar 2020
    Reply
    • Lieber Radlerbote, danke für den Kommentar. Das stimmt, das war ein erster Versuch und ausbaufähig. Eine Karte ist eine gute Idee. Liebe Grüße, Susanne

      17. Januar 2020
  2. Steffi said:

    Sehr schöner Artikel ! Freue mich schon auf den nächsten.
    Wir fahren an den Wochenenden sehr oft Rad. Eine sehr schöne Strecke ist auch rund um den Kyffhäuser oder der neue Radweg von Sondershausen nach Bad Frankenhausen auf einer ehemaligen Bahntrasse. Vielleicht als Idee für einen der nächsten Artikel.

    17. Januar 2020
    Reply
    • Liebe Steffi, das stimmt. Sind wir auch schon gefahren. Sollten wir wiederholen. Liebe Grüße, Susanne

      17. Januar 2020
  3. Inge Schedwill said:

    Gut beschrieben.
    Toll, dass man erfährt, wo man einkehren kann.

    18. Januar 2020
    Reply
  4. Birgit said:

    Einen Abstecher in das Schloss Heringen wäre auch zu empfehlen, hier gibt es auch gute Radkarten im Museumsshop zu erwerben von der Gegend. VG Birgit

    19. Januar 2020
    Reply
    • Liebe Birgit, vielen Dank für den Hinweis. Susanne

      19. Januar 2020
  5. Biermann, Bärbel said:

    Liebe Susanne, ein toller Beitrag, genau richtig für unsere Fahrradtruppe (6 Personen).
    Sobald die Sonne höher steht und das Wetter es zulässt, werden wir die Fahrt – etappenweise – in Angriff nehmen.
    Gruß Bärbel

    20. Januar 2020
    Reply
    • Liebe Bärbel, die Tour lohnt sich auch Stück für Stück. Liebe Grüße, Susanne.

      20. Januar 2020

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