Was kommt Männertag auf den Grill? Interview mit Grillmeister Andreas Rummel

Gleich zu Beginn die Gretchenfrage: Gas oder Kohle?

Andreas Rummel: Ich bin ein Fan vom Gasgrillen. Das hat verschiedene Gründe. Mit einem Gasgrill kann es sofort losgehen. Ich muss nicht warten, bis die Kohle auf Temperatur ist. Ich kann ganz spontan grillen. Außerdem ist die Hitze bei einem Gasgrill einstellbar. Ich sag mal, beim Grillen mit Holzkohle ist eher der Weg das Ziel. Der erfahrene Griller benötigt sehr hohe Temperaturen nur punktuell, um rasch Röstaromen zu erzeugen. Er gart daher die meiste Zeit mit niedrigeren Temperaturen, bei zirka 150°C.  Und da kommen eindeutig die Vorteile eines modernen Gasgrills zum Einsatz, bei dem ich ohne weiteres die Temperatur im Grillraum von 80 °C bis über 400 °C innerhalb von Minuten steuern kann.

Ist Männertag so ein typisches Grillevent?

Rummel: Das sicher. Aber Männertag ist eher kein Tag, an dem man tolle Menüs grillt. Da kommen dann doch eher die Klassiker auf den Grill: Würstchen und Steak. Bei einem Nackensteak kann man auch nur wenig falsch machen. Wichtig ist große Hitze, weil es sonst viel Wasser verliert und immer kleiner und zäher wird, wenn es zulange bei zu geringer Hitze auf dem Grill liegt. Wenn ich auf großer Hitze grille, muss ich das Steak halt öfter wenden. Aber es bleibt saftiger.

Und für die Vegetarier? Manch Männertagsfeier findet ja mittlerweile auch in Familie statt…

Rummel: Grundsätzlich sollte ich als Gastgeber immer im  Kopf haben, dass der ein oder andere kein Fleisch ist und etwas Vegetarisches in petto haben. Ich muss auch nicht unbedingt auf vegetarische Fleischersatzprodukte zurückgreifen, von denen es mittlerweile wirklich sehr gute gibt. Sehr lecker und ganz einfach zubereitet  ist beispielsweise Romanasalat. In der Mitte durchschneiden und beide Seiten angrillen. Oder Porree. Den grillt man bis er fast schwarz ist, das Schwarze dann entfernen, den Porree mit Salz und gutem Olivenöl würzen. Sehr lecker. Auch Ananasscheiben kann man super lecker grillen und marinierten Tofu.

Sie haben auch einen vegetarischen Hot Dog aus Möhren entwickelt…

Rummel: Ja, dazu braucht es allerdings etwas Vorbereitung, denn die Möhren müssen tiefgefroren sein. Wenn man sie dann wieder auftaut, bekommen sie eine fleischige Konsistenz. Will man flexibler sein, sollte man immer ein paar eingefrorene Möhren im Gefrierschrank haben.

Karotten-Hotdog für 4 Personen

*4 Karotten (von der Größe eines Würstchens)
*Salz
*4 Hotdog-Brötchen
*100 g Sauerkraut abgetropft
*1 Limette
*1 EL Olivenöl
*Dollie Sauce alternativ Mayonaise
*Burgersauce
*Remoulade
*2 EL Röstzwiebeln
*2 EL Soja Sauce Sriracha oder eine andere scharfe Sauce

So geht es:

Die Karotten zwei Tage vorher schälen, leicht salzen und im Idealfall vakuumieren. Man kann sie auch in einen Gefrierbeutel geben und versuchen so viel wie möglich Luft heraus zu drücken. Anschließend die Karotten einfrieren. Wichtig! Mindestens 36 Stunden bei Minimum -18°C. Sechs Stunden vor Verzehr die Karotten aus dem Gefrierfach nehmen und auftauen lassen. Sie sollten jetzt die Konsistenz eines Würstchen haben. Auf dem Grill eine Plancha oder Grillplatte auf min 200°C vorheizen. Die Platte leicht ölen und die „Würstchen“ darauf bei öfterem Drehen ca 5 min grillen. Die Sojasauce und den Saft der Limette darüber geben und weitere 3 min grillen. In der Zwischenzeit die Hot Dog Brötchen aufschneiden und aufbacken/angrillen. In den Brötchen das Sauerkraut verteilen die „Wurst“ darauf legen und mit Röstzwiebeln, Dollie Sauce und ein paar Spritzern Sriracha würzen. Fertig.

Das Rezept als Video: https://www.fire-food-fun.com/post/karotten-hotdog-vegetarisches-grillen-rummel-grill-tv-rummelgrilltv

Ihr Tipp für glückliches Grillen ?

Rummel: Sich etwas trauen und einfach Dinge ausprobieren. Mein Motto lautet „Es gibt kein Lebensmittel,  was man nicht auf dem Grill veredeln kann.“

Sie bieten weltweit Grillseminare zu verschiedenen Themen an, aber auch in der Heimat in Ilfeld und in Neustadt. Gibt es denn noch freie Termine?

Rummel: Ilfeld ist so gut wie ausgebucht. Aber in Benneckenstein im Werk 3 gibt es noch freie Termine für das Steak-Tasting. Ein Kurs kostet im Schnitt um die  99 Euro und dauert 4 bis 5 Stunden. Es gibt mehrere Gänge vom Grill. Die Teilnehmer lernen etwas über gutes Fleisch, dessen Zubereitung, aber auch etwas Physik, beispielsweise wie die Wärme ins Fleisch kommt. 

Besuchen Ihre Kurse eher Männer oder Frauen?

Rummel: Viele sind Wiederholungstäter. Ich biete ja viele verschiedene Seminare an. Grundsätzlich sind es mehr Männer, aber es werden auch immer mehr Frauen.

Weitere Grillrezepte, Tipps zum Grillen, zum Grillkauf und die Termine seiner Grillseminare gibt es auf der Internetseite von Andreas Rummel unter https://www.fire-food-fun.com/.

Das Titelbild ist von RODNAE Productions von Pexels und das Portrait hat mir Andreas Rummel zur Verfügung gestellt.


Und was kommt bei euch diesen Sommer auf den Grill? Schreibt mir dazu gern in den Kommentaren.

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