Ein Acker, eine Ernte: Solidarische Landwirtschaft im Südharz

Gemüse und Obst aus dem Südharz, für Menschen im Südharz? Auf einer gut 1400 Quadratmeter großen Ackerfläche bei Auleben wird der Verein Urban Gardening Nordhausen solidarische Landwirtschaft (Solawi) betreiben. Was sich hinter dem Begriff verbirgt, darüber habe ich mit Jerome und Maira gesprochen. Außerdem erfahrt ihr im Text, wie und ob ihr bei der Solawi noch mitmachen könnt. …

In Plastik verpackte Paprika und in Folie eingeschweißte Gurken aus Spanien. Tomaten in Plastikeimern aus den Niederlanden…so und ähnlich verpackt wird das meiste Gemüse in unseren Supermärkten angeboten. Wo und wie es angebaut wird? Das bleibt undurchschaubar. Plastikverpackung bei Obst und Gemüse einsparen? Das ist in den hiesigen Supermärkten nur begrenzt möglich.  

Maira und Jerome im Gemeinschaftsgarten in Nordhausen.

Die Mitglieder um Jerome und Maira wollen jetzt eine Alternative anbieten. Seit einigen Jahren engagieren sich die beiden Studierenden bereits im Gemeinschaftsgarten „Hinterm Horizont“ in Nordhausen. Dort können alle, die möchten, ein kleines Beet bestellen und ernten. Doch um sich das ganze Jahr über ausreichend mit Gemüse einzudecken, dafür reicht der Gemeinschaftsgarten nicht aus.  

Der Schritt zur solidarischen Landwirtschaft war deshalb nur logisch. Im neu gegründeten Verein Urban Gardening, haben sich Menschen in der Region Nordhausen zusammengetan, die ihre Lebensmittel saisonal, sowie ökologisch und regional anbauen möchten.

Was ist solidarische Landwirtschaft?

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Ganz kurz erklärt: Bei Solidarischer Landwirtschaft werden die Lebensmittel nicht mehr über den Markt vertrieben, sondern fließen in einen eigenen, durchschaubaren Wirtschaftskreislauf, der von den Verbrauchern und Verbraucherinnen mit organisiert und finanziert wird. Wenn ihr mehr zu solidarischer Landwirtschaft erfahren wollt, dann schaut doch mal hier: www.solidarische-landwirtschaft.org

Wie funktioniert die Solawi in Auleben?

Das Konzept sieht wie folgt aus: Der Verein hat Ackerland bei Auleben gepachtet und beschäftigt ein kleines Gärtnerteam, das sich um Anbaupläne, Anbau, Pflege und Ernte kümmert. „Wir bieten auf unserer Fläche insgesamt 30 Ernteanteile. Ein Anteil reicht für 1 bis 2 Personen. In der Haupterntezeit können sicher auch noch mehr Leute davon satt werden“, erklärt Maira.

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Für ihren Ernteanteil zahlen die Solawistas einen monatlichen Beitrag. Hierbei gilt, jeder gibt so viel wie er kann. Der monatliche Richtwert beträgt bei 30 Ernteabnehmern und -abnehmerinnen 120,18 Euro. In Bieterrunden ist der Großteil der Anteile bereits verteilt worden. Ein paar wenige Ernteanteile sind aber noch zu vergeben. Wie ihr euch darum bewerben könnt, erfahrt ihr am Textende.

Die Mitarbeit auf dem Feld ist erwünscht, aber kein Muss. Außerdem gibt es regelmäßig Arbeitseinsätze.

Erste Entekörbe werden im Mai verteilt

Die Ernte, ob üppig oder mager, wird einmal wöchentlich unter den Vereinsmitgliedern, abhängig ihrer Anteile, aufgeteilt. Die ersten Erntekörbe sollen in diesem Jahr im Mai verteilt werden und dann bis November einmal wöchentlich. „Wie wir die Verteilung organisieren, wollen wir noch besprechen“, erklärt Maira.

Angebaut werden sollen unter anderem Schnittknoblauch, verschiedene Salate und Kohle, Spinat, Mairüben, Tomaten, Bohnen und Erbsen, Auberginen, Lauch sowie verschiedene Kräuter, um nur einige Beispiele zu nennen. Außerdem wird der Verein von einem biozertifizierten Kooperationsbetrieb  Kartoffeln beziehen.

Gutes Essen, aber auch Bildung

Solidarische Landwirtschaft ermöglicht Menschen neben regionalen Lebensmitteln auch einen neuen Erfahrungs- und Bildungsraum. Dieser Aspekt ist Jerome und Maira sowie ihren Mitstreitern und Mitstreiterinnen wichtig. „Wir wollen unter anderem über die Zusammenhänge unserer konventionellen Nahrungsmittelwirtschaft und Ernährung mit gesellschaftlichen Herausforderungen wie der Klimakrise, dem Artensterben und immer häufiger auftretenden Krankheiten aufklären“, sagt Jerome.

Aber auch ganz praktisches Wissen soll vermittelt werden: Beispielsweise wie Obst und Gemüse haltbar gemacht werden kann.


Wenn ihr jetzt Interesse an einem Ernteanteil habt, dann solltet ihr euch schnell bei Urban Gardening melden. Das geht am besten per E-Mail unter: solawi-99734@riseup.net.

Weitere Informationen zum Verein gibt es online unter: https://urbangardeningnordhausen.blackblogs.org/

Baut ihr euer Gemüse selbst an? Schreibt mir doch dazu gern in den Kommentaren.

Der Text ist redaktionell. Ich habe für den Text kein Geld erhalten. Der Text enthält weiterführende Links.

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