Hinterm Horizont wird gegärtnert

Der Garten bietet in diesem Corona-Jahr für viele Menschen einen sicheren Zufluchtsort: Ein Stück Natur hinter dem Haus, ein kleines Paradies zur Erholung, ein Stück Freiheit. Er ist für viele sogar Ersatzurlaubsort. Doch was, wenn ihr keinen Garten habt? Dann könnte der Gemeinschaftsgarten „Hinterm Horizont“ in der Elisabethstraße mitten in Nordhausen eine Alternative sein…

In der Grimmelallee, gegenüber dem Badehaus-Parkplatz, führt ein kleiner Weg direkt zum Areal „Hinterm Horizont“. So heißt der Gemeinschaftsgarten, eine Initiative junger Leute, viele davon Studierende. Maira und Jerome warten an diesem Vormittag schon auf mich.

Sie wollen mir den Garten zeigen. Die beiden gehören zu den gut zehn Hobbygärtnern, die sich regelmäßig um den Gemeinschaftsgarten kümmern. Durch die wochenlangen Kontaktbeschränkungen im Frühjahr konnten sie in diesem Jahr aber noch nicht allzu viel machen. Gemeinschaftliche Aktionen waren einfach nicht drin. Doch wirklich schlimm war dieser Umstand am Ende auch nicht: Mohn, Borretsch und Möhre wachsen derzeit wild und sehen ganz hübsch aus.

Wachsen und wachsen lassen ist hier eh das Motto. Wenn euch ein aufgeräumter Garten, unkrautfreie Beete und kurz gemähter Rasen wichtig sind, dann ist der Gemeinschaftsgarten eher nichts für euch. Wenn ihr aber ökologisch gärtnern möchtet, vielleicht den Umgang mit der Sense lernen wollt oder schon könnt, dann solltet ihr in der Elisabethstraße mal vorbeischauen.

Willkommen sind alle, die Lust aufs Gärtnern haben oder sich ein eigenes Beet anlegen wollen. Gartenwerkzeug und Gießkannen sind da. An einer großen Tafel sind der Anbauplan und die wichtigsten Gartenregeln vermerkt. „Nur das Jäten, was ihr kennt“, steht da beispielsweise.

Gut 800 Quadratmeter groß ist das Grundstück, das der Horizont-Verein der Initiative seit knapp eineinhalb Jahren kostenfrei zur Verfügung stellt. Früher eine Brache, jetzt ein naturnaher Nutzgarten mit großer Freifläche. „Für uns ist es neben dem Gemüsegarten auch ein offener Raum, den alle nutzen können, auch für Kultur- und Bildungsveranstaltungen“, sagt Maira. Am 25. Juli ist wieder ein Gartenkonzert mit Küche für alle, der sogenannten KüFa geplant. Auch für Schulen und Kindergärten sollen langfristig Angebote erstellt werden, berichtet Maira, die in Nordhausen erneuerbare Energietechnik studiert.

Wenn ihr Lust habt, ein eigenes Beet anzulegen, ohne dafür gleich eine Kleingartenparzelle zu pachten, dann könnt ihr das im Gemeinschaftsgarten gern ausprobieren. 

Ihr habt Lust aufs Gärtnern bekommen? Dann könnt ihr euch auf der Facebook-Seite der Initiative oder per E-Mail bei urban-gardening-ndh@posteo.de melden.

Der Text enthält weiterführende Links und ein bisschen Werbung.

Sei der Erste, der das kommentiert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.