Ameland: Wo ihr den Strand fast für euch alleine habt

Wer im Sommer nach überfüllten Stränden und Bettenburgen sucht, der ist auf niederländischen Nordseeinsel Ameland komplett falsch: Selbst in der Hochsaison ist man an dem 27 Kilometer langen Strand fast allein unterwegs. Und wenn ihr im Urlaub vom Auto auf das Rad umsteigen wollt, dann ist die Insel für euch perfekt…

Die Luft ist salzigmild, das Meer oft ungestüm, der Wind kräftig und die Wolken hängen wattebällchengleich tief am blauen Himmel. Das ist Ameland. 27 Kilometer lang, zwischen 2 und 4 Kilometern breit, vier Dörfer und rund 3500 Einwohner. Eine der fünf bewohnten westfriesischen Nordseeinseln der Niederlande.

Das kleine Eiland wird auch Waddendiamant genannt, zeichnet sich die Insel doch durch eine besonders abwechslungsreiche Landschaft von Weiden, Dünen, Salzwiesen, Heide und Wald aus. Größte Attraktion von Ameland ist allerdings der 27 Kilometer lange und sehr breite Strand, der als einer der schönsten der niederländischen Küste gilt.

Rund 500 000 Touristen besuchen jedes Jahr die kleine Insel, vor allem Deutsche und Niederländer suchen hier Ruhe und Erholung. Überlaufen ist es das kleine Eiland ob seiner Weite jedoch nie.

Zur Insel geht’s nur per Fähre

Ameland ist nur per Fähre zu erreichen. Die Überfahrt ab Holwerd dauert etwa 50 Minuten, bei starkem Wind oder Niedrigwasser auch etwas länger. Für mich beginnt der Urlaub schon mit Betreten der Fähre, die mich in knapp einer Stunde in eine andere Welt bringt. Mit etwas Glück seht ihr schon während der Überfahrt die ersten Seehunde, die sich auf den Sandbänken in der Sonne wärmen.

Euer Auto könnt ihr mit auf die Insel nehmen

Wenn ihr euer Auto mit auf die Insel nehmen wollt, solltet ihr unbedingt einen Fährplatz online reservieren, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Die Überfahrt mit dem Auto ist mit rund 106 Euro (ohne Kosten für die Insassen) allerdings recht teuer. Am Festland stehen kostenpflichtige Dauerparkplätze zur Verfügung, für das Gepäck gibt es extra ein Fahrzeug. Einen Link zur Seite der Fährgesellschaft findet ihr am Ende des Textes.

Fahrradfahrer und Fußgänger benötigen keine Reservierung. Für letztere stehen direkt am Fähranleger Busse und Taxis bereit, Fährankunfts- und Busabfahrzeiten sind perfekt getaktet. Wenn ihr euch ein Rad mieten wollt, könnt ihr das direkt am Fähranleger oder aber bei einer der vielen Radausleihstationen auf der Insel tun. Ein typisches Hollandrad bekommt ihr hier schon für 19 Euro Miete in der Woche, für ein Lastenrad mit Platz für bis zwei Kinder zahlt ihr um die 50 Euro die Woche.

Verkehrsmittel Nummer eins: Das Fiets

Muschelwege führen euch durch die Dünen….Foto: Melanie Hübner

Noch ein Wort zum Verkehr: Wer schon einmal im Sommer auf Sylt oder Rügen war, kennt sicher die Blechlawinen, die sich in den Ferien über die Inseln schieben. Wenn ihr das sucht, seid ihr auf Ameland verkehrt.

Mehr als 100 Kilometer Radwege

Eigentlich braucht ihr auf der Insel kein Auto, Ameland ist ein Fahrradparadies. Mehr als 100 Kilometer sehr gut ausgebaute Radwege gibt es: Ob nun direkt durch die Dünen, am Deich entlang oder aber zwischen den vier Dörfern Buren, Nes, Ballum und Hollum. Das Fiets, wie es auf Holländisch heißt, ist das Verkehrsmittel Nummer eins für Urlauber und die Insulaner, mit dem Rad erreicht ihr alles in kurzer Zeit: den Strand, die Supermärkte oder Restaurants.

Es gibt auch coole Kinder-Erwachsene-Tandems…Foto: Melanie Hübner


Der typische Amelandurlauber ist übrigens Wiederholungstäter. Er kommt in den Sommermonaten immer wieder auf die Insel. Manch einer fährt seit Kindertagen immer wieder nach Ameland. Ich übrigens auch, bestimmt zehn Mal war ich schon auf der Insel.

Inselurlaub für jeden Geldbeutel

Ameland steht vor allem für individuellen Urlaub: Für jeden Geldbeutel ist etwas dabei. Vom Campingplatz mit Mobilheimen, über gut ausgestattete private Bungalows und Ferienwohnungen bis hin zu Luxusunterkünften mit allem Schnickschnack.

Mein Tipp ist der Ferienpark Klein Vaarwater in Buren mit Schwimmbad, Kinderindoorspielpatz, Supermarkt und Restaurants. Überschaubar ist die Zahl der Hotels: 15 eher kleine Häuser gibt es auf Ameland. In Hollum, fast unter dem Leuchtturm, gibt es den Ferienpark De Boomhiemke.

Schlafen könnt ihr auch in Hollum fast unterm Leuchtturm….Foto: Christian Hübner

In den vergangenen Jahren wurden eine Vielzahl von Hotels, Restaurants und Ferienhäuser renoviert und saniert. Einige alte Ferienbauten wurden auch abgerissen, die Grundstücke wieder mit neuen Ferienhäusern bebaut. Anders als an der deutschen Ostseeküste haben es die Amelander scheinbar verstanden, dass man nicht immer noch mehr Touristen auf eine Insel holen kann, die nur begrenzten Platz bietet. Hier gibt noch die Natur den Takt vor: So gilt es auf dem Eiland seit jeher, Gebäude nicht höher zu bauen, als es die höchsten Dünen sind. Mit dem Ergebnis, dass die komplette Küste unverbaut ist.

Dörfer wie in der Puppenstube

Ihre Ursprünglichkeit behalten haben auch die vier kleinen Dörfer, die von West nach Ost wie auf einer Perlenschnur aufgereiht in der Mitte der Insel liegen: Hollum, Ballum, Nes und Buren. Jedes Dörfchen hat seinen eigenen Charakter. Wie auf vielen Nordseeinseln brachte der Walfang im 17. und 18. Jahrhundert auch nach Ameland Reichtum.

Noch heute können die Urlauber diese vergangene Zeit in den vier Inselorten erahnen, sind doch die meisten alten Häuser der Walfänger noch vorhanden. Die historischen Ortskerne der beschaulichen Dörfchen stehen allesamt unter Denkmalschutz. Heimliche Hautstadt ist Nes. Mit knapp 1180 Einwohnern der größte und lebhafteste Ort. Neben den typischen Commandeurshäusern gibt es hier eine Vielzahl an kleinen Geschäfte, Galerien und hübschen Restaurants mit tollen Freisitzen.

Ameland hat übrigens mit die meisten Sonnenstunden der Niederlade zu bieten. Der Westwind weht trotzdem oft auch im Sommer frisch und kräftig. „Uitwaaien op Ameland“, sagt der Niederländer. Also frische Luft schnappen.

Bei schlechtem Wetter, was an der Nordsee durchaus vorkommen kann, lohnt sich ein Besuch der verschiedenen Museen, in denen man der Geschichte des Eilandes nachgehen kann. In Ballum gibt es außerdem einen Indoorspielplatz, ebenso in Buren im Ferienpark „Klein Vaarwater“ wie auch ein öffentliches Schwimmbad und in Nes das Naturcentrum.

Und wenn ihr einmal auf Ameland seid, dann müsst ihr den 55 Meter hohen Leuchtturm Bornrif in Hollum unbedingt besichtigen. Unterhalb des Leuchtturms steht übrigens das Pannekoekenhaus mit der größten Auswahl an Pfannkuchen auf der ganzen Insel. Auch ein Tipp.

Foto von Pixabay

In Kürze: Was gibt es noch auf Ameland?

  • In Ballum könnt ihr die kleine Inselbrauerei besuchen.
  • Zwei Mühlen: eine Kornmühle in Nes und eine Senfmühle in Hollum.
  • Der legendäre Kräuterlikör Nobeltje wird seit 1902 auf der Insel ausgeschenkt. Hergestellt wird er noch heute nach einem geheimen Familienrezept der Familie Nobel aus Ballum.
  • Früher zogen Pferde das Rettungsboot ins Wasser, mit dem Schiffbrüchige gerettet wurden. In den Sommermonaten wird dieses Spektakel in Hollum für die Touristen noch immer gezeigt.
  • Es gibt Traktorfahrten zur Ostspitze der Insel, einem großen Naturschutz- und Vogelschutzgebiet.
  • Ihr könnt per Schiff zu den Robbenbänken fahren.
  • In Buren gibt es ein hübsches Heimat- und Juttermuseum, in dem viele kuriose Dinge ausgestellt sind, die die Bewohner am Strand gefunden haben.
  • Wattwanderungen auf der Festland zugewandten Seite und so vieles mehr…
Foto von Pixabay

Mein Fazit

Ameland ist eine Familieninsel mit vielen deutschen und niederländischen Gästen. Das Eiland ist perfekt zum Radfahren; nicht zu groß und nicht zu klein. Und für alle, die es im Urlaub eher lässig angehen wollen. Die Niederländer sind kinderfreundlich und auf der Insel geht es sehr entspannt zu. Wer nach Ameland fährt, sollte aber immer auch mit schlechtem Wetter rechnen und sich an kräftigem Wind auch im Sommer nicht stören. Ab 1. Juli dürfen ausländische Touristen wieder in den Niederlanden Urlaub machen!

Wart ihr schon mal auf Ameland? Schreibt mir doch mal dazu in den Kommentaren…

Hier gibt es noch mehr Informationen

Webcam mit Blick auf den Strandaufgang in Buren: https://www.ipcamlive.com/strandhotelburen

Offizielle Seite der Gemeinde Ameland: www.vvvameland.nl

Deutsch Seite: www.ameland-tipps.de

Campingplatz Kiekduun: https://www.kiekduun.nl/de/

Campingplatz Nes: https://www.campingduinoordameland.nl/de/

Ferienpark Klein Vaarwater: https://de.kleinvaarwater-ameland.nl/

Ferienpark Boomhiemke: https://www.boomhiemke.de/

Fähre buchen: www.wpd.nl


Dieser Text enthält viel Werbung für meine Lieblingsinsel und weiterführende Links zu anderen Seiten. Geld habe ich für diesen Text nicht erhalten.

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