Berlin im Winter: 7 Mini-Tipps, die fast nichts kosten

Bereits zum zweiten Mal haben wir Berlin im Januar besucht. Ein Abstecher in die Hauptstatdt lohnt sich in der kalten Jahreszeit auf jeden Fall, weil deutlich weniger Touristen unterwegs und die Sehenswürdigkeiten weniger überlaufen sind. Klar, Berlin ist eine Stadt der unzähligen Möglichkeiten. Wir haben sieben kleine Tipps für einen Winterausflug an die Spree, abseits der großen Touristenhighlights. Fast alle sind wetterunabhängig und kosten entweder gar nichts oder wenig.

Im letzten Abschnitt gibt es drei kostenlose Tipps speziell für Kinder.

Panorama-Punkt am Potsdamer Platz

Ganz oben im Kollhoff-Tower am Potsdamer Platz ist der Panorama-Punkt.

Klar, den Fernsehturm auf dem Alexanderplatz in Berlin-Mitte kennt jeder. Im Winter gibt es übrigens auch vor dem Fenrsehturm kaum Besucher, die anstehen. Haben wir im vergangenen Jahr getestet.

Doch dieses Mal haben wir den Panorama-Punkt im Kollhoff-Tower am Postdamer Platz ausprobiert. Dort habt ihr in der 24. und 25. Etage des verklinkerten Wolkenkratzers nicht nur einen schönen Ausblick auf die Spreemetropole, sondern ihr bekommt den Fernsehturm sogar mit auf ’s Foto.

Einen tollen Rund-Um-Bick gibt es vom Panorama-Punkt am Potsdamer Platz.

Der angeblich schnellste Aufzug Europas bringt euch in 20 Sekunden in 100 Meter Höhe. In der 24. Etage gibt es eine rundum begehbare Aussichtsplattform, eine Ausstellung zur Geschichte des Postdamer Platz‘ und ein Panoramacafé, in dem es eine gute Auswahl an Kuchen gibt. Eine zweite Aussichtsplattform existiert eine Etage höher.

Panorama-Punkt
Postdamer Platz 1
10785 Berlin
Haltstelle: S+U+Bus Postdamer Platz

Erwachsene zahlen 7,50 Euro, ermäßigt 6 Euro, Kinder bis 6 Jahren haben freien Eintritt.

Stadtrundfahrt mit den Buslinien 100 und 200

Stadtrundfahrten werden in Berlin an jeder Ecke angeboten. Wer etwas Geld sparen möchte, kann die Tour aber auch mit einem Bus der Linie 100 der BVG unternehmen. Ihr fahrt vom Bahnhof Zoo bis zum Alexanderplatz, oder auch in die entgegengesetzte Richtung, immer vorbei an den wichtigsten und beliebtesten Sehenswürdigkeiten. Wenn ihr beispielsweise ein Tagesticket für 8,60 Euro löst (Stand Januar 2020), könnt ihr an den 19 Haltestellen jeder Zeit wieder ein- und aussteigen. Kinder bis sechs Jahren fahren kostenlos. Wenn ihr Glück habt, fahrt ihr mit einem Doppelstockbus. Die BVG hat allerdings deutlich weniger der großen Busse im Einsatz. Warum lest ihr hier.

Hier fahrt ihr vorbei und könnt auch aus – und einsteigen:

  • Bahnhof ZOO
  • Breitscheidplatz – Gedächtniskirche und Ku’damm
  • Lützowplatz mit Bauhaus Archiv
  • Adenauer Stiftung und CDU-Haus
  • Siegessäule
  • Schloss Bellevue
  • Haus der Kulturen der Welt
  • Regierungsviertel mit Bundeskanzleramt
  • Reichstag
  • Brandenburger Tor
  • Hotel Adlon
  • Unter den Linden
  • Friedrichstraße und Gendarmenmarkt
  • Bebelplatz mit Humboldt Universität
  • Staatsoper und Deutsches Historisches Museum
  • Museumsinsel mit Neubau des Stadtschlosses
  • Rotes Rathaus
  • Alexanderplatz mit Fernsehturm

Auch die Linie 200 fährt euch einmal quer durch Berlin von West nach Ost oder umgekehrt. An folgenden Sehenswürdigkeiten fahrt ihr vorbei:

  • Bahnhof Zoo
  • Breitscheidplatz – Gedächtniskirche und Ku’dam
  • Budapester Straße – Zoo und Aquarium
  • Nordische Botschaften
  • Tiergarten
  • Philharmonie
  • Potsdamer Platz
  • Bundesrat und Mall of Berlin
  • Museum für Kommunikation
  • Mühlendammschleuse und Nikolaiviertel
  • Rotes Rathaus und Neptunbrunnen
  • Marienkirche
  • Alexanderplatz mit Fernsehturm

Rathaus Schöneberg mit Ausstellung

Okay, ein Rathaus klingt jetzt nicht unbedingt wie ein Highlight. Aber was das Rote Rathaus für Ostberlin war, war das Rathaus in Schöneberg für West-Berlin. Es bildete bis zur Wiedervereinigung unter Regierenden Bürgermeistern wie Ernst Reuter und Willy Brandt das politische Zentrum West-Berlins. John F.Kennedy hielt am 26. Juni 1963 hier seine Rede, in der der berühmte Satz „Ich bin ein Berliner“ fiel. Eine Gedenktafel am Eingang erinnert an diesen Tag.

Im Innern des 1914 gebauten Regierungsgebäudes beeindruckt vor allem die 63 Meter breite und das gesamte erste Stockwerk einbeziehende Eingangshalle. Im Glockenturm hängt die Freiheitsglocke. Ihr Klang wurde bis zum Tag der deutschen Einheit täglich vom Radiosender RIAS übertragen.

Im Glockenturm hängt die Freiheitsglocke.

In der großen Ausstellungshalle wird die Dauerausstellung „Wir waren Nachbarn“ gezeigt. Zurzeit dokumentieren über 170 biografische Alben und zehn Hörstationen die Lebens- und Leidensgeschichte von jüdischen Bürgern, die in den 1930er Jahren im heutigen Doppelbezirk Tempelhof-Schöneberg lebten und schließlich verfolgt und deportiert wurden. Persönliche Fotos, Dokumente und Berichte machen ihre Geschichte erfahrbar.  Die Ausstellung ist wahnsinnig umfangreich. Ein Besuch lohnt sich.

Die Ausstellung hat Montag bis Donnerstag und am Wochenende jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Und noch ein Fakt nebenbei: Das Rathaus Schöneberg diente als ein Drehort für die Serie „Babylon Berlin“, genauer für die Innenaufnahmen des Polizeigebäudes „Rote Burg“. Na, wer hat die Treppe erkannt? Auch der Paternoster ist hier zu finden – leider ist der Fahrstuhl nicht mehr in Betrieb.

Der Ratskeller im Rathaus Schöneberg.

Die Polizei-Kantine „Aschinger“ aus der Serie befindet sich im Kellergewölbe des Rathauses. Für die Dreharbeiten wurde die Rathaus-Kantine „Ratskeller“ kaum verändert. Wenn ihr schon mal hier seid, dann geht dort essen. Nicht nur die Athmosphäre ist toll, auch das Essen ist gut, und deutlich schmackhafter als für Kantinen üblich. Wir haben es getestet.

Rathaus Schöneberg und „Ratskeller“
John-F.-Kennedy-Platz 1
10825 Berlin

Haltestellen: U 4 Rathaus Schöneberg


Gedächtniskirche am Breitscheidplatz

Wie eine Mahnung stehen die Überreste der 1895 erbauten Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche mitten im pulsierenden Berlin-Charlottenburg. Bei einem Bombenangriff auf Berlin in der Nacht vom 22. zum 23. November 1943 wurde das Gotteshaus größtenteils zerstört, später dann bei Kämpfen um die Eroberung Berlins zur Ruine. Noch heute kann man die Einschusslöcher im Gemäuer sehen.

Die Turmruine ist gleichermaßen Mahnmal und Wahrzeichen von West-Berlin. Wie prachtvoll der Innenraum der Kirche gewesen sein muss, lässt sich heute noch erahnen, wenn man die Gedenkhalle mit ihren erhaltenen Mosaiken und Reliefs betritt. Eine Ausstellung erläuert die Geschichte der Kirche. Mehrmals täglich finden Führungen statt.

Das Mosaik an der Decke der Gedenkhalle lässt nur erahnen, wie prachtvoll die Kirche einst ausgesehen haben muss.

Zusammen mit den Eiermann-Bauten aus den 1960er Jahren ergibt sich ein imposantestes Bild. Und besonders im Dunkeln leuchten die Glasscheiben des Altarraums und des Glockenturms kristallblau in der Berliner Nacht, wobei letzterer zurzeit eingerüstet ist. Tagsüber tauchen die von dem französischen Glasmaler und Künstler Gabriel Loire geschaffenen Glasscheiben den Altarraum ganz in Blau und sorgen im Inneren für eine mystische und friedliche Stimmung.

Besonders im Dunkeln leuchten die Eiermannbauten kristallblau in der Berliner Nacht.

Gedächtniskirche
Breitscheidplatz
10789 Berlin (Charlottenburg)

Öffnungszeiten der Kirche:
täglich von 9.00 Uhr bis 19.00 Uhr ( jedoch nicht während Gottesdiensten, Andachten und Konzerten)

Öffnungszeiten der Gedenkhalle:
Montag bis Freitag: 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Samstag: 10:00 Uhr bis 17:30 Uhr
Sonntag: 12:00 Uhr bis 17:30 Uhr

Der Eintritt ist frei.
 
Verkehrsanbindung:
U Kurfürstendamm, U+S Zoologischer Garten,


Berlin mit Kindern:
Drei Sachen, die nichts kosten

Zoofenster im Bikini Berlin am Ku’damm

Das Bikini Berlin ist ein modernes Shopping-Center in Charlottenburg, direkt gegenüber der Gedächtniskirche und in unmittelbarer Nachbarschaft zum Berliner Zoo und dem Kino Zoo-Palast. Anders als der Name vermuten lässt, gibt es hier keine Bademoden, sondern kleine und feine Geschäfte abseits der großen Ketten, die man sonst in Shopping-Centern erwartet.

Am großen Affenfenster kann man die Zeit vertrödeln. Foto: Bayerische Hausbau/Bikini Berlin

Highlight bei unserer Tochter ist das  Zoofenster im Erdgeschoss – ein riesiges Fenster mit einem breiten Holzpodest, auf dem man sich setzen kann. Von dort hat man einen Blick auf den Affenfelsen, das Gehege der Paviane. Wer möchte, kann das Affenkino bei Kaffee und Kuchen genießen.  

Ein anderes Highlight ist die 7.000 Quadratmeter große, frei zugängliche, begrünte Dachterrasse. Von dort gibt es auch einen spektakulären Blick in den Zoo – im Winter ist das Affenfenster aber die angenehmere Variante.

Liegt direkt gegenüber der Gedächtniskirche – das Einkaufszentrum Bikini-Berlin. Foto:Bayerische Hausbau/Bikini Berlin

Bikini Berlin
Hardenbergplatz 2
10623 Berlin

Haltestelle: U-und S-Bahnhof Zoologischer Garten


Bunte Steinchen: Lego-Store am Ku‘damm

Ob nur zum Gucken oder zum Kaufen: Vom Bikini Berlin lohnt sich ein Abstecher in den Lego-Store in der Tauentzienstraße. Zu Fuß ist man in fünf Minuten da. Ein 3-D-Modell aus den bunten Steinen des Brandenburger Tors gibt es zu entdecken, das nach Auskunft des Unternehmens mit insgesamt 521.405 Steinen in über 2.400 Stunden nachgebaut wurde. Auch das berühmte Trabant-Graffito an der East-Side-Gallery wurde nachgebaut. Außerdem gibt es verschiedene Bastelstationen, an denen Kinder bauen können.  Kostet nichts…außer Geduld.

Lego-Store Berlin
Tauentzienstraße 20,
10789 Berlin


Weihnachten rund um die Uhr

Kitschig, aber unsere Tochter liebt den Weihnachtsladen am Ku’damm….

Achtung, jetzt könnte es etwas kitschig werden: Mannshohe Pyramiden, bunt klitzernde Weihnachtsbäume, Schwibbbögen, Räuchermännchen, unzähliger Weihnachtsbaumschmuck aus Holz oder Glas, idyllische Weihnachtsdörfer- und märkte. Das absolte Lieblingsgeschäft unserer Tochter in Berlin war der Käthe-Wohlfahrt-Weihnachtsladen am Ku’Damm. Das ganze Jahr über kann man hier in ein Winterwunderland eintauchen. Über eine Wendelschräge gelangt ihr ins Obergeschoss – in deren Mitte steht eine raumhohe Pyramide, die sich dreht. Gucken kostet nichts…Wir waren gleich zwei Mal in dem Laden. Weil Fotografieren verboten ist, gibt es nur eine Außenaufnahme.

Käthe Wohlfahrt
Kurfürstendamm 225/226
10719 Berlin


Fünf kurze Tipps, die auch nichts kosten

Das Reichtstagsgebäude und den Bundestag kann man kostenlos besuchen – aber nur mit vorheriger Anmeldung.

Was ihr außerdem anschauen könnt, ohne Eintritt zu bezahlen, sind unter anderem folgende Sehenswürdigkeiten:

Klar, gibt es in Berlin noch so viele andere tolle Möglichkeiten. Was schaut ihr euch am liebsten in Berlin an? Habt ihr Tipps?

Dieser Beitrag enthält unbeauftragte Werbung!

2 Comments

  1. Inge Schedwill said:

    Sehr informativ. Wirklich gute Tipps. Beim nächsten Berlinbesuch bin ich auf euren Spuren.

    14. Februar 2020
    Reply

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